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Sind Massagen für Babys und Kinder geeignet?

In den letzten Jahren werden immer häufiger Massagen speziell für Kinder angeboten. Jedoch sind die Muskeln, Sehnen und Knochen von Kindern noch nicht vollständig ausgeprägt und befinden sich permanent im Wachstum.
Ist die Kindermassage deshalb überhaupt sinnvoll oder kann die Massage sogar Schäden anrichten?

Der Tastsinn ist der erste Sinn des Menschen, der sich nach der Geburt entwickelt. Deshalb eignet sich die Babymassage schon in frühen Monaten hervorragend zur Anwendung. Durch den sanft ausgeübten Druck, der bei einer Babymassage streichend auf dem Bauch oder dem Rücken aufgebracht wird, steigt das Wohlbefinden des Babys. Außerdem werden, wie bei der Massage für Erwachsene, Hormone freigesetzt. Diese Hormone, zum Beispiel Endorphine, lösen ein Glücksgefühl aus.

Babymassagen können von professionellen Masseuren, oder, nach vorangegangener Schulung, auch von den Eltern durchgeführt werden. Dies hat den Vorteil, dass durch die Massagen, einfach in den Alltag eingebunden werden können, die Eltern die Bindung zu ihrem Kind stärken. Dies sollte schon so früh wie möglich geschehen, da sie die motorische Entwicklung der Babys fördern. Außerdem lassen die  Berührungen, vor allem die zartfühlenden Bewegungen einer Massage, die Babys Zuneigung und Geborgenheit spüren.
Aus diesen Gründen ist es bereits seit Jahren in vielen Kulturkreisen Tradition, Neugeborene zu massieren. Anhand ihrer Reaktionen -fröhliches Strampeln und Lachen- kann man erkennen, dass die Massage in ihnen ein Wohlgefühl auslöst.

Aber auch mit zunehmendem Alter der Kinder nehmen die positiven Aspekte der Massage nicht ab. Im Schulalter nehmen die Termine der Kinder und damit auch ihre Anspannung zu. Ganztagesunterricht unter der Woche und der Druck in der Schule steigt über die Jahre ab der Einschulung stetig. Hier bietet die Massage den Kindern eine Auszeit, in der sie abschalten können. Wird die Massage regelmäßig in den Wochenablauf der Schüler integriert, sodass sich daraus eine Routine ergibt, haben die Kinder somit einen Termin, auf den sie sich freuen und danach entspannt neue Abenteuer in Angriff nehmen können.

Neben der Entspannung tragen auch bei Kindern die Berührungen bis ins späte Jugendalter erheblich zur persönlichen Entwicklung bei. Selten wird ein Kind so lange und gefühlvoll berührt wie bei einer Massage.
Die Reize, die die Kinder hierbei erfahren, fördern eine stabile Psyche und erhöhen im Verlauf des Lebens die Beziehungsfähigkeit. Besonders bei Kindern mit Behinderung erzielen Massagen langfristige positive Effekte. Vom Down-Syndrom betroffene Kinder steigerten ihre motorischen Fähigkeiten und bauten Muskulatur durch wöchentliche Massagen auf.

Natürlich löst die Massage auch bei Kindern Spannungen und fördert die Durchblutung der Muskulatur. Dennoch ist der psychologische Anteil der angenehmen Bewegung und Berührungen durch die Massage bei Kindern viel stärker als bei Erwachsenen, die ihre persönliche Entwicklung bereits abgeschlossen haben.

Neben dem eher kurzfristigen Effekt der Entspannung trägt die Massage von Kindern erheblich zur Charakter- und Persönlichkeitsbildung bei. Auch erzielen Massagen im Kindesalter langfristige motorische Verbesserungen. Diese Punkte sollten nicht unterschätzt werden, denn die vielen positiven Aspekte der Kindermassage beruhen darauf.

Natürlich gilt bei der Massage von Kindern das gleiche Prinzip wie bei Erwachsenen: Bei Krankheit oder Unwohlsein ist eine Massage weniger hilfreich und teilweise sogar schädlich. Auch ist bei Kindern eine gute Menschenkenntnis und besondere Aufmerksamkeit erforderlich, um die Gestik und Mimik von den jungen Patienten zu deuten. Denn im Gegensatz zu Erwachsenen artikulieren Kinder nicht immer direkt, wenn sie sich nicht wohlfühlen oder weiter massiert werden möchten. Werden diese Punkte berücksichtigt braucht man sich keine Gedanken zu machen, dem Kind zu schädigen.

Ganz im Gegenteil. Die positiven Effekte werden sehr lange anhalten und es gibt keinen Grund, nicht schon im Babyalter mit dem Massieren zu beginnen. Die Massagen von Kindern und Babys sollten über mehrere Jahre fortgeführt werden, um die positiven Effekte aufrecht zu halten. 

 

 

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